Was in einen App-Wartungsvertrag gehört

Checkliste für App-Wartungsverträge – Leistungsumfang, Reaktionszeiten, Kontingente, Kündigung, Eigentum an Code und Konten. Und wie wir es regeln.

„Wartung ab 150 € netto im Monat“ – so ein Satz steht auch auf unserem Angebot, und was genau darin steckt, sieht man ihm nicht an. Das gehört offen auf den Tisch, gerade weil Wartung für eine Agentur wie uns das langfristige Geschäft ist.

Diese Checkliste ist deshalb beides: eine Offenlegung, wie wir Wartung regeln, und ein Prüf-Leitfaden für jedes Wartungsangebot. Sie ergänzt unsere zehn Prüfpunkte für App-Angebote aus der Bauphase; die Höhe der laufenden Kosten rechnet „Was kostet eine App im Monat?“ vor.

Ein Hinweis vorweg: Wir sagen dir, welche Punkte geregelt sein sollten – nicht, wie eine einzelne Klausel rechtlich zu bewerten ist. Das gehört im Zweifel zu einem Anwalt.

1. Leistungsumfang: Wo endet Wartung, wo beginnt Weiterentwicklung?

Der wichtigste Punkt: An dieser Grenze entscheidet sich, ob eine Aufgabe im Paket steckt oder extra abgerechnet wird. Eine saubere Trennung sieht so aus:

  • Wartung hält den vereinbarten Funktionsumfang lauffähig: Fehlerbehebung, Anpassungen an neue Betriebssystem- und Store-Anforderungen, Aktualisierung von Bibliotheken, Sicherheits-Patches, Release-Handling.
  • Weiterentwicklung verändert den Funktionsumfang: neue Screens, neue Features, neue Schnittstellen, Umbauten am Design.

Beides darf im selben Vertrag stehen – wichtig ist nur, dass die Zuordnung geregelt ist und für Weiterentwicklung ein Stundensatz genannt wird. Ein guter Test im Gespräch: Ist „Der Login-Dialog sieht unter dem neuen iOS falsch aus“ Wartung? (Ja.) Ist „Wir wollen zusätzlich Apple-Login“ Wartung? (Nein.)

2. Reaktionszeit ist nicht Lösungszeit

Steht im Vertrag eine Reaktionszeit, etwa „Antwort innerhalb eines Werktags“, dann sagt sie, wann sich jemand kümmert – nicht, wann der Fehler behoben ist. Wie lange ein Fix dauert, hängt an der Ursache, und der letzte Schritt liegt ohnehin nicht beim Dienstleister: Ein Update muss durchs Store-Review. Apple gibt an, 90 % der Einreichungen in weniger als 24 Stunden zu prüfen (Stand 2026) – eine Zusage für den Einzelfall ist das nicht.

Sinnvoll geregelt heißt: eine Reaktionszeit für Werktage, eine Priorisierung nach Schwere – App startet nicht, Kernfunktion defekt, kosmetischer Fehler – und die Aussage, wer im Zweifel über die Priorität entscheidet. Eine pauschale Zusage wie „Behebung innerhalb von vier Stunden“ für jeden Fehler lohnt dagegen eine Rückfrage.

3. OS- und Store-Anforderungen als planbarer Posten

Apple und Google veröffentlichen jedes Jahr neue Hauptversionen ihrer Betriebssysteme – und die Stores heben ihre technischen Mindestanforderungen regelmäßig an: Für Google Play müssen neue Apps und Updates ein Mindest-Ziel-API-Level erfüllen, das jährlich nachzieht (Stand 2026). Im Vertrag sollte stehen, dass diese Arbeiten zum Umfang gehören – inklusive Test auf den Beta-Versionen, bevor das Update bei deinen Nutzern ankommt. Sonst wird aus einem planbaren Posten jedes Jahr eine neue Beauftragung.

4. Monitoring und Fehlermeldung

Kläre, wer einen Fehler zuerst bemerkt. Ohne Monitoring bist du selbst die Meldestelle und erfährst von Abstürzen im schlechtesten Fall aus den Store-Bewertungen. Mit Crash-Tracking (etwa Crashlytics oder Sentry) sieht der Dienstleister Fehler zeitnah und kann nach der Zahl betroffener Nutzer priorisieren. In den Vertrag gehören drei Dinge: ob Monitoring eingerichtet und betreut wird, wer Zugriff auf die Daten hat und über welchen Kanal du selbst Fehler meldest.

5. Stundenkontingent – und nicht genutzte Stunden

Arbeitet das Paket mit einem Stundenkontingent, also einer festen Zahl Stunden pro Monat, klären drei Fragen das Wesentliche:

  • Wie viele Stunden sind enthalten, und in welchen Schritten wird abgerechnet?
  • Was passiert mit nicht genutzten Stunden – verfallen sie am Monatsende, oder lassen sie sich mitnehmen?
  • Was passiert bei Überschreitung – gilt dann der vereinbarte Stundensatz, oder braucht es jedes Mal eine neue Beauftragung?

Ein monatlich verfallendes Kontingent ist nicht automatisch unfair, denn der Dienstleister hält dafür Kapazität frei. Entscheidend ist, dass du es vorher weißt.

6. Preisanpassungen

Ein Vertrag, der über Jahre läuft, wird irgendwann teurer. Planbar ist eine Anpassung, die angekündigt, begrenzt und nachvollziehbar ist: höchstens einmal jährlich, mit Vorlauf, in benannter Größenordnung oder gekoppelt an einen veröffentlichten Index. Steht dagegen nur, dass Preise „jederzeit angepasst werden können“, weißt du nichts über deine Kosten im dritten Jahr.

7. Laufzeit und Kündigung

Hier zählen drei Zahlen: Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung. Achte vor allem auf ihre Kombination – zwölf Monate Laufzeit plus drei Monate Frist plus stille Verlängerung heißt, dass du einen Kündigungstermin im Kalender brauchst. Kurze Laufzeiten geben dir Spielraum; bei langen lohnt die Frage, was du dafür bekommst – etwa reservierte Kapazität oder einen günstigeren Monatspreis.

8. Eigentum an Code und Konten – auch während der Wartung

Dass die Store-Konten auf dich laufen und du den Quellcode mit der Schlusszahlung bekommst, steht schon in den zehn Prüfpunkten fürs Angebot. Im Wartungsvertrag geht es um die Dauer: durchgehend, während der Wartung genauso wie danach. Praktisch heißt das: Repository bei dir oder dauerhafter Zugriff darauf, Apple-Developer- und Google-Play-Konto auf deine Firma, der Dienstleister arbeitet darin als Teammitglied – dasselbe gilt für Backend-, Monitoring- und Analytics-Zugänge. Als Prüffrage: Kommst du auch ohne diesen Vertrag an deine eigenen Systeme?

9. Übergabe bei Vertragsende

Was passiert am letzten Tag? In den Vertrag gehört, was du bekommst: den aktuellen Code-Stand, eine Build- und Release-Anleitung, die Liste der eingesetzten Dienste und Abhängigkeiten, Signing-Zertifikate und Schlüssel, die Zugänge zu Backend und Monitoring – und ein Zeitfenster für Rückfragen deines nächsten Dienstleisters. Dass dieser Aufwand bezahlt wird, ist in Ordnung; dass er schriftlich zugesagt ist, ist der Punkt.

10. Notfall und Vertretung

Zwei Ausfälle sind zu bedenken: der deiner App und der auf Dienstleisterseite.

  • App-Notfall: Gibt es einen Weg außerhalb der Geschäftszeiten, und was kostet er? Dass Wochenendeinsätze extra abgerechnet werden, ist normal – wichtig ist, dass festgehalten ist, wen du dann erreichst.
  • Vertretung: Krankheit, Urlaub, Personalwechsel. Frag, wer außer dem Hauptentwickler die Codebasis kennt. Arbeitet eine Person allein an deiner App, ist das kein Ausschlussgrund – dann sind vollständige Dokumentation und dein eigener Zugriff auf Code und Konten das Sicherheitsnetz. Die Konstellationen im Vergleich stehen in „Baukasten, Freelancer oder Agentur?“.

Wie wir es machen

Unsere Antworten auf dieselbe Liste:

  • Kontingente statt offener Abrechnung: Du wählst ein monatliches Stundenkontingent, das kleinste Paket startet bei 150 € netto im Monat. Weiterentwicklung außerhalb des Kontingents rechnen wir mit unserem einheitlichen Stundensatz von 90 € netto ab. Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen.
  • Nicht genutzte Stunden verfallen nicht sofort, sondern können ins Folgequartal mitgenommen werden.
  • Quartalsweise kündbar. Wir binden dich über Qualität, nicht über Laufzeiten.
  • Konten auf deinen Namen, Code mit der Schlusszahlung – und am Ende eine geordnete Übergabe mit Dokumentation und Zugängen.
  • Zur Planung: Als Faustregel liegen die Betriebskosten bei 15–20 % der Projektsumme pro Jahr. Was das für deine Summe bedeutet, rechnet der Betriebskosten-Rechner um; was im Paket steckt, steht auf der Seite Wartung & Support.

Fazit

Ein Wartungsvertrag ist kein Kleingedrucktes, sondern die Bedienungsanleitung für die nächsten Jahre deiner App. Die zehn Punkte kannst du in einer halben Stunde an jedem Angebot durchgehen – gern auch kritisch an unserem. Wenn du deinen Vertrag einmal dagegen halten willst: Erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch davon. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden.

Lass uns über deine App sprechen.

Kostenloses Erstgespräch, 30–45 Minuten: Du erzählst, wir fragen nach – und du bekommst eine Einschätzung zu Aufwand, Zeitplan und dem sinnvollsten ersten Schritt. Antwort werktags innerhalb von 24 Stunden.