Ein Objekt geht online, und das Telefon steht nicht mehr still: Anfragen, Rückfragen zum Grundriss, Terminwünsche, Absagen, Nachfragen nach der Besichtigung. Gleichzeitig will der Eigentümer wissen, wie es läuft – wie viele Anfragen, wie viele Besichtigungen, was die Leute gesagt haben. So geht Zeit dafür drauf, Informationen weiterzugeben, die längst irgendwo stehen.
Vorab eine Abgrenzung: Dieser Artikel dreht sich um Vermarktung – Interessenten, Besichtigungen, Eigentümer. Um Bestand, Mieter und Instandhaltung geht es in „App für Hausverwaltungen“.
Der ehrliche Kern: Zwei Zielgruppen, ein Vorgang
Eine App verkauft keine Immobilie. Ihr Anspruch ist begrenzt: Sie soll die Kommunikation während der Vermarktung ordnen – nach beiden Seiten. Drei Effekte, an denen sich so ein Projekt beweisen muss:
- weniger Rückrufe bei Interessenten, weil Exposé, Unterlagen und Terminoptionen abrufbar sind,
- weniger Statusanrufe von Eigentümern, weil sie den Vermarktungsstand selbst sehen,
- vollständigere Rückmeldungen, weil das Feedback nach der Besichtigung strukturiert ankommt statt als Anruf zwischen zwei Terminen.
Der moderne Auftritt ist Nebeneffekt. Ändern sich diese Punkte nicht, rechnet sich das Projekt nicht.
Zuerst dort nachfragen, wo du schon zahlst
Die Frage, die gegen unseren Umsatz spricht: Deine Maklersoftware oder dein CRM bringt womöglich ein Interessentenportal oder eine Terminbuchung mit, die bei dir nur nicht eingerichtet ist. Wenn das reicht, brauchst du uns nicht – frag zuerst deinen Softwareanbieter und schau nach, welche Funktionen zu deinen Verträgen bei den Portalen gehören, auf denen du inserierst.
Die eigene App lohnt sich dort, wo diese Werkzeuge aufhören: bei der Eigentümer-Seite, für die du in deinem System vielleicht keine Entsprechung findest, und bei einer eigenen Marke, unter der Interessenten und Verkäufer dich wiedererkennen.
Was eine Makler-App im Alltag übernimmt
Für Interessenten – Exposé-Zugang mit Unterlagen. Grundrisse, Energieausweis, Lagepläne, Fotos, Protokolle: freigeschaltet je Interessent und Objekt, statt als Mail-Anhang verschickt. Was wer sehen darf, steuerst du.
Besichtigungstermine. Freie Zeitfenster anzeigen, Termin anfragen oder direkt buchen, Erinnerung am Vortag, Absage mit einem Tipp – und der frei gewordene Termin geht an den nächsten Interessenten.
Rückmeldung nach der Besichtigung. Drei Fragen, ein Freitext, direkt aus der Erinnerung heraus. Die Antwort landet strukturiert im Vorgang – und ist die Grundlage für das Gespräch mit dem Eigentümer.
Für Eigentümer – der Vermarktungsstand. Anzahl der Anfragen, geplante und erfolgte Besichtigungen, anonymisierte Rückmeldungen, nächste Schritte. Der Bereich, der den wöchentlichen „Wie läuft’s?“-Anruf ersetzen kann und deine Arbeit sichtbar macht.
Nachrichten zum Vorgang. „Termin bestätigt“, „Neue Unterlage verfügbar“, „Drei Besichtigungen diese Woche“ – gezielt an die, die es betrifft.
Optional und teurer: Bewerbungsunterlagen für Mietobjekte in der App einreichen, Chat mit dem Makler, eine Bezahlfunktion für kostenpflichtige Zusatzleistungen. Alles machbar, nichts davon für den Anfang.
Die Installationshürde ernst nehmen
Interessenten sind nur kurz im Vorgang: Wer drei Objekte anschaut und eines kauft, installiert dafür womöglich keine App – es sei denn, sie bringt während der Suche echten Nutzen. Für die Interessenten-Seite ist ein Web-Zugang per Link aus der Anfragebestätigung deshalb oft der praktikablere Weg › „PWA oder native App?“. Eigentümer dagegen begleiten einen Vorgang über Wochen oder Monate – für sie lohnt die installierte App. Die Aufteilung ist kein Kompromiss, sondern aus unserer Sicht oft die richtige Antwort › was eine App wirklich genutzt macht.
Datenschutz von Anfang an
Kontaktdaten, Finanzierungsauskünfte, Bewerbungsunterlagen, Besichtigungsprotokolle: Interessentendaten sind sensibel, und sie fallen in großer Zahl an – zum Vertrag kommt es je Objekt am Ende nur mit einem von ihnen. Wie lange du sie aufbewahrst und wann sie gelöscht werden, gehört ins Konzept, nicht in die Nacharbeit. Die technische Seite steht in „DSGVO in Apps“; die Bewertung deines Falls gehört zu deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt.
Was so ein Projekt kostet
Unsere Starter-App zum Festpreis von 9.900 € netto kommt ohne Login und ohne Server aus – für Exposé-Zugang und Eigentümer-Bereich, die beide auf gemeinsame Daten angewiesen sind, reicht das nicht › der Ablauf des Festpreis-Pakets.
Für Exposé-Zugang, Termine, Rückmeldungen und Eigentümer-Bereich sähe eine Zusammenstellung aus unserer Preisliste so aus:
- Basis – Konzeption, UI-Grundlagen, Projektsetup, Qualitätssicherung, Store-Release: 11.000–18.000 €
- Cross-Platform, iOS und Android aus einer Codebasis: 7.500–12.000 €
- Individuelles Design im Look deines Büros: 4.500–9.000 € – solide und systemnah ginge auch und kostet 0 €
- E-Mail-Login mit Registrierung, Passwort-Reset und Profil: 3.000–5.000 €
- Firebase oder Supabase als Backend: 4.500–9.000 €
- Dokumenten- und Foto-Upload: 3.000–6.000 €
- Push-Benachrichtigungen: 2.000–3.000 €
Macht rund 36.000–62.000 € und 11–18 Wochen. Terminlogik und Rückmeldungen stecken im Basis- und Backend-Anteil.
Dazu je nach Zuschnitt: die Bearbeitungsansicht fürs Büro als Web-Dashboard 6.000–11.000 €, eine Schnittstelle zu deiner Maklersoftware 4.500–9.000 €. Dazu der Betrieb: als Faustregel 15–20 % der Projektsumme pro Jahr, bei uns Wartungspakete ab 150 € netto im Monat. Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen. Nachrechnen kannst du selbst: App-Kosten-Rechner, Betriebskosten-Rechner, Herleitung in „Was kostet eine App?“.
Zu groß? Der Eigentümer-Bereich allein – Vermarktungsstand plus Nachrichten – ist für sich ein vollständiger Nutzen und der kleinste sinnvolle Zuschnitt › „Weniger App, mehr Erfolg“.
Fazit
Der planbare Nutzen liegt in der Kommunikation nach zwei Seiten: Interessenten bekommen Unterlagen und Termine ohne Rückruf, Eigentümer sehen den Stand ohne Anruf. Die Interessenten-Seite kann ein Web-Link sein, die Eigentümer-Seite lohnt die App. Und die Frage nach deiner Maklersoftware kommt vor jeder Kalkulation.
Beim Sortieren hilft die Vorbereitungs-Checkliste. Erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch, wie viele Objekte du parallel vermarktest, wie Anfragen heute bei dir ankommen und welche Software im Haus ist. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden.