Was eine App etwa kostet, zeigt der App-Kosten-Rechner in zwei Minuten. Die schwierigere Frage kommt davor: Woher weiß ich, ob sich das Bauen überhaupt lohnt?
Sicher weiß man es nie. Aber einen großen Teil des Risikos kannst du in einer oder zwei Wochen abtragen, ohne eine Zeile Code – mit Telefon, Tabelle, Papier und Chat.
Die eine Frage, die jede Prüfung beantworten muss
Jeder der folgenden Tests dient einem Satz: Wer hat das Problem so oft, dass er sein Verhalten ändert? Alle drei Teile müssen stimmen.
Wer – eine benennbare Gruppe, keine Allgemeinheit. So oft – rechne in Häufigkeit, nicht in Dramatik: Was täglich zehn Minuten kostet, drückt anders als das seltene Großproblem. Verhalten ändert – es zählt nicht, ob jemand die Idee gut findet, sondern ob er etwas anders macht: installiert, ausfüllt, schickt statt anzurufen.
Zustimmung ist billig und höflich. Verhalten ist unbequem und deshalb ehrlich.
Frag fünf Leute – nach der Vergangenheit, nicht nach der Absicht
Stell nicht deine Idee vor, sondern frag den Alltag ab: fünf Gespräche, je 20 Minuten, mit Leuten aus der Zielgruppe. Vier Fragen reichen:
- Wann hast du das zuletzt gemacht – und wie genau bist du vorgegangen?
- Was hat dabei am meisten Zeit gekostet?
- Was hast du bisher versucht, um das abzukürzen?
- Was hat es gekostet, als es schiefging?
„Würdest du so eine App benutzen?“ gehört nicht dazu: Die Frage lädt zur Freundlichkeit ein und liefert nichts Belastbares. Gleichen sich die Antworten schon nach wenigen Gesprächen, zeichnet sich ein Muster ab. Erzählt jeder etwas anderes, ist die Zielgruppe noch nicht scharf – auch das ist ein Ergebnis, das dir gerade ein Projekt erspart hat.
Spiel den Ablauf eine Woche von Hand nach
Dieser Test braucht keine Software: Mach eine Woche lang mit Bordmitteln, was die App tun soll. Tabelle statt Datenbank, E-Mail oder Chat statt Push, Telefon statt Formular.
Zwei Dinge protokollierst du mit: wie viele Leute mitmachen und wie oft sie es wiederholen. Schickten etwa fünf von zwanzig ihre Unterlagen per Chat und wären in der zweiten Woche noch drei dabei, hättest du eine Grundlage. Macht niemand mit, obwohl dieser Weg leichter ist als jede Installation, wird eine App das kaum drehen – warum Nutzung nicht an der Technik hängt, steht in „Damit deine App wirklich genutzt wird“.
Nebeneffekt: Die Handarbeit zeigt, welche Daten wirklich fließen und wer sie sehen muss – Vorarbeit für die Server-Frage aus „Braucht meine App ein Backend?“. Dafür brauchst du uns nicht.
Lass die Aufgabe auf Papier lösen
Zeichne die zwei oder drei wichtigsten Bildschirme mit Stift auf Papier. Krumm ist Absicht: Eine Skizze sieht unfertig aus und macht damit sichtbar, dass Kritik erwünscht ist. Dann gib jemandem aus der Zielgruppe eine Aufgabe („trag hier deinen Urlaub ein“) und sag nichts mehr.
Beobachte, wo der Finger zögert. Jedes „und wo muss ich jetzt …“ ist ein Befund für null Euro, der später ein Änderungsauftrag wäre. Und sobald du erklärst, testest du deine Erklärung und nicht die App.
Zeig einen klickbaren Prototyp, statt zu beschreiben
Solange die App nur als Beschreibung existiert, kann sich jeder Beteiligte etwas anderes darunter vorstellen – und der Unterschied fällt womöglich erst am fertigen Bildschirm auf. Ein klickbarer Prototyp ist eine Abfolge von Bildschirmen, die man auf dem Handy durchtippen kann – ohne Funktion darunter. Er klärt drei Dinge: Versteht jemand ohne Erklärung, was die App tut? Findet er den Kernablauf allein? Reden alle intern über dasselbe Produkt?
Bei uns steckt der klickbare Prototyp in der Position „Individuelles Design“ mit 4.500–9.000 € netto; als eigener Schritt davor rechnen wir nach unserem Stundensatz von 90 € netto ab. Machst du die Skizzen selbst, umso besser.
Miss Interesse, statt es zu schätzen
Eine einzelne Seite, die das Versprechen in einem Satz erklärt, darunter ein Formular: Adresse eintragen, wer es ausprobieren will. Das kostet Hosting und einen Nachmittag und misst etwas anderes als eine Umfrage: wer für das Versprechen seine Adresse hergibt. Schreib offen hin, dass die App gerade entsteht und du Testnutzer suchst – das ist fair und filtert die heraus, deren Problem wirklich drückt. Zähle nicht Besucher, sondern Anmeldungen pro hundert Besucher – erst das Verhältnis sagt etwas aus.
Eine öffentlich erreichbare Seite mit Formular kann eigene Pflichten mit sich bringen: Impressum, Datenschutzerklärung, sauberer Umgang mit den Adressen. Was in deinem Fall gilt, beurteilen Anwalt oder Datenschutzbeauftragter, nicht wir; die technische Seite steht in „DSGVO in Apps“.
Wann du diesen Aufwand nicht brauchst
Dieser Artikel spricht gegen unseren Umsatz: Jede Woche Papier und Tabelle ist eine Woche, in der wir nichts abrechnen – und der beste Ausgang ist der, bei dem du nicht baust. Er steht hier, weil du die Antwort ohnehin bekommst – nur kostet sie dich später womöglich ein fertiges Projekt statt einer Woche Handarbeit.
Drei Fälle, in denen du abkürzen kannst:
- Der Ablauf ist längst bewiesen. Ihr macht die Sache seit Jahren mit Zettel und Telefon, sie funktioniert, sie ist nur mühsam. Dann ist der Bedarf belegt.
- Die Sache ist vorgegeben. Was ohnehin erfüllt werden muss, wird durch Nachfragen nicht attraktiver – ob eine Vorgabe für dich gilt, sagt dir die zuständige Stelle, Kammer oder dein Anwalt.
- Der Bau kostet weniger als die Prüfung. Unsere Starter-App zum Festpreis von 9.900 € in 4–6 Wochen ist eng geschnitten; bei so kleinem Umfang kann Bauen günstiger sein als wochenlanges Prüfen. Bei einem typischen Projekt – Cross-Platform, individuelles Design, E-Mail-Login, Cloud-Backend, Push: 33.000–56.000 € und 10–16 Wochen – verschiebt sich das Verhältnis deutlich.
Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen.
Fazit
Fünf Wege, keiner davon teuer: Gespräche über die Vergangenheit, eine Woche Handbetrieb mit Messung, eine Papierskizze, ein klickbarer Prototyp, eine Seite mit Anmeldeformular. Fällt die Antwort dünn aus, hast du viel Geld gespart; fällt sie klar aus, weißt du auch, welche Funktion zuerst gebaut wird – den Schnitt dafür beschreibt „Das MVP-Prinzip“. Begleiten lassen musst du das nicht – wenn du willst, gibt es unseren Strategie-Workshop auch ohne anschließende Entwicklung.
Deine Notizen passen fast eins zu eins in die Vorbereitungs-Checkliste. Bring sie ins kostenlose Erstgespräch mit, auch die enttäuschenden. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden – auch dann, wenn die ehrliche Antwort lautet: Prüf das erst noch eine Woche von Hand, bevor du uns bezahlst.